Bitte wählen Sie:

Universitätsklinikum Essen
Direkteinstieg:
Forschung & Lehre

Arbeitsgruppe

Priv.-Doz. Dr. med. Alisan Kahraman

Klinische Forschung
Medizinisches Zentrum, 1. Etage

 

Die Arbeitsgruppe um Herrn Priv.-Doz. Dr. med. A. Kahraman fokussiert sich aktuell auf folgende klinisch-translationale Projekte:

Die autoimmune Hepatitis ist eine gutartige Erkrankung der Leber, die vornehmlich Frauen mittleren Alters betrifft. Durch den frühen Einsatz von Immunsuppressiva (Cortison und Azathioprin) kann ein chronischer Leberparenchymschaden verhindert werden.

Einige Patienten sprechen jedoch unzureichend auf die Ersttherapie an, sodass ein „switch“ auf Calcineurin-Inhibitoren (CNI = Prograf oder Cyclosporin A) bzw. CellCept (Mycophenolat Mofetil = MMF) erforderlich wird. Es gilt herauszufinden, welches Immunsuppressivum für welchen Patienten im Langzeitverlauf die besten Ergebnisse und die wenigsten Nebenwirkungen bietet.

Darüber hinaus zeigen einige dieser Patienten aus völliger Gesundheit ein fulminantes akutes Leberversagen (ALV) als Erstmanifestation ihrer AIH. Teilweise müssen diese Patienten auch zügig einer Lebertransplantation (LTx) zugeführt werden. Hier ist es klinisch von Interesse, Risikofaktoren für das ALV als Erstmanifestation einer AIH zu identifizieren, um eine Transplantation für den Patienten zu vermeiden.

Auch die PBC ist eine benigne autoimmune Lebererkrankung mit weiblicher Dominanz, die vornehmlich die kleinen Gallengänge betrifft und unbehandelt in der Leberzirrhose mit ihren üblichen Komplikationen mündet. Typisch sind Zeichen der portalen Hypertension wie Ascites oder Varizenblutungen.

Die meisten Patienten können sehr gut medikamentös mit einer Monotherapie aus Ursodesoxycholsäure (UDCA) kontrolliert werden. Nur sehr wenige Patienten bedürfen einer Lebertransplantation. Seit kurzem ist für die Non- oder Low-Responder eine "add-on"-Therapie mit Obeticholsäure zugelassen.

Hier fokussieren wir uns auf die Verbesserung der Leberfunktion unter dieser neuen Therapie, die wir nicht-invasiv mittels FibroScan, FibroSpleen und LiMAx messen und auswerten.

Die PSC betrifft hauptsächlich junge Männer in der zweiten bis dritten Lebensdekade. Durch mitunter immunologische Prozesse kommt es zu einer Destruktion der mittleren und großen Gallengänge. Auffällig werden die Patienten durch Pruritus und Ikterus. Gerade im 1. Jahr der Diagnose sind die Patienten zudem gefährdet für die Entwicklung von Gallengangskarzinomen.

Ein Overlap zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sollte zudem ausgeschlossen werden, da dies die Prognose und Surveillance der Patienten maßgeblich mitbestimmt. Selten kann die Erkrankung auch jenseits der fünften bzw. sechsten Lebensdekade auftreten. Hier ist es von Interesse herauszufinden, wie die „early-onset“ PSC im Gegensatz zu der „late-onset“ PSC verläuft.

Die IgG4-Syndrome sind eine relativ neue Entität mit vielen Gesichtern. Auch sie sind gutartige Erkrankungen, die exzellent auf Steroide ansprechen. Dabei können sie viele Organe bzw. Organsysteme (wie Leber, Gallenwege, Pancreas, Darm, Herz, Nieren, Hypophyse, Lymphknoten, etc.) betreffen.

In seltenen Fällen kann eine nicht behandelte IgG4-Erkrankung in einer Tumorentwicklung münden („inflammation-induced carciogenesis“).

Unser Focus liegt hierbei, diese autoimmunen Prozesse besser zu verstehen, Krankheitsverläufe zu analysieren und die weitere immunsuppressive Therapie dieser Patienten festzulegen. Hierbei arbeiten wir zusammen mit weiteren nationalen und internationalen Zentren.

Priv.-Doz. Dr. med. Alisan Kahraman
AG Leitung

Priv.-Doz. Dr. med. Alisan Kahraman

Oberarzt, Leitung Gastroenterologische u. hepatologische Fachambulanzen, INTK, MIMC

E-Mail schreiben Zum Steckbrief