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30.04.2021

Neuer Klinikdirektor für die Universitätsmedizin Essen

Prof. Dr. Hartmut Schmidt leitet die Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie

Prof. Dr. Hartmut Schmidt übernimmt zum 1. Mai 2021 den Lehrstuhl für Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie und Hepatologie, an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und die damit verbundene Position des Direktors der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie an der Universitätsmedizin Essen.


Prof. Dr. Hartmut Schmidt (Foto: Universitätsmedizin Essen)

Prof. Dr. Hartmut Schmidt, 58, wurde im niedersächsischen Kirchweyhe geboren. Er studierte Medizin in Hannover und am National Institute of Health in Bethesda, USA. Im Jahr 1988 nahm er seine klinische Tätigkeit an der Medizinischen Hochschule in Hannover in der Abteilung für Gastroenterologie auf und absolvierte einen zweijährigen Forschungsaufenthalt im Rahmen eines Stipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft am National Institute of Health in Bethesda.

Prof. Schmidt führt neben dem Facharzt für Innere Medizin auch die Weiterbildung im Fach Gastroenterologie und die Zusatzbezeichnung Rettungsmedizin und Ernährungsmedizin. 1999 bis 2005 war Prof. Schmidt als Oberarzt, zuletzt als leitender Oberarzt an der Berliner Charité in der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie tätig. In 2005 nahm er den Ruf auf eine Professur für Experimentelle Transplantationshepatologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an, leitete später eine Sektion Klinische Transplantationshepatologie. In 2010 etablierte er eine Klinik für Transplantationsmedizin mit hepatologischem Schwerpunkt in Münster, seit 2017 war er dort Direktor der Medizinischen Klinik B (Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie, Klinische Infektiologie). Für seine wissenschaftlichen Aktivitäten erhielt er unter anderem zweimal den Präventionspreis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (1996 und 2001), den Ludolph-Brauer-Preis der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin (1998) sowie den Forschungspreis für Transplantation der Deutschen Transplantationsgesellschaft (1998).

Vollständige Pressemitteilung (Universitätsklinikum Essen)
Meldung der Universität Duisburg-Essen
zitiert in: LokalKlick - Online-Zeitung Rhein-Ruhr vom 29.04.2021

 

 

19.01.2021

Viruserkrankungen nach Lebertransplantation: Was sind die Risikofaktoren für eine Cytomegalievirus-Infektion?

Nach einer Lebertransplantation erhalten die Organempfänger Immunsuppressiva, um eine Abstoßung des fremden Organs durch das körpereigene Immunsystem zu verhindern. Dadurch sind die Patientinnen und Patienten jedoch anfälliger für Infektionen. Eine der häufigsten infektiösen Komplikationen verursacht das humane Cytomegalievirus (CMV). Die so ausgelöste CMV-Infektion kann unterschiedlich schwer verlaufen: Von einer eher leichten fiebrigen Erkrankung bis hin zur Leber- oder Darmentzündung und letztlich auch zur Abstoßung des Spenderorgans. Ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen hat nun genauer untersucht, welche Risikofaktoren eine Rolle für eine CMV-Infektion spielen. Sie werteten klinische Daten von 833 Organ-Empfängern und Spendern aus.

„Insgesamt trat bei fast einem Viertel der Betroffenen eine CMV-Infektion auf – überwiegend im ersten Jahr nach der Transplantation“; fasst Dr. Jassin Rashidi-Alavijeh von der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsklinikum Essen zusammen.
Das Essener Forschungsteam konnte in seiner Studie zeigen, dass es besonders risikoreich ist, die Leber eines CMV-positiven Spenders auf einen CMV-negativen Empfänger zu übertragen. Aber auch Personen, die vor Lebertransplantation an einer sogenannten primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) vorerkrankt waren, einer chronischen Entzündung der Gallenwege, sind einem deutlich höheren Risiko für eine CMV-Infektion ausgesetzt.
„Deshalb sollten Menschen mit Hochrisiko-Serostatus, einer PSC als Grunderkrankung, oder sogar mit beiden Risikofaktoren, gründlicher überwacht werden und eine verlängerte Prophylaxe gegen CMV-Infektionen erhalten“, schlussfolgert Studienleiterin Prof. Dr. Kerstin Herzer.

Quelle: Meldungen aus der Medizinischen Fakultät, Universität Duisburg-Essen (19.01.2021)
Originalveröffentlichung: Primary Sclerosing Cholangitis as an Independent Risk Factor for Cytomegalovirus Infection after Liver Transplant (PubMed-Link)

 

 

04.12.2020

Virenabwehr stärken – DFG fördert deutsch-chinesisches Forschungsprojekt

Mit dem angeborenen Immunsystem wehrt sich der Körper als erstes gegen eindringende Krankheitserreger. Bei einer Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus reagiert es jedoch nicht oder nur schwach. Warum dies so ist, erforscht PD Dr. Ruth Bröring an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit Wissenschaftlern der chinesischen Wuhan University. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ihre Forschung jetzt mit 270.000 Euro.

Die Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) ist eine der weltweit häufigsten viralen Infektionen. Es wird geschätzt, dass rund 350 Millionen Menschen das HBV in sich tragen. Ungeachtet großer Fortschritte in Bezug auf die Heilung von Infektionen mit anderen Hepatitis-Viren, bremst die Behandlung der chronischen Hepatitis B zwar den Krankheitsverlauf, führt in der Regel aber nicht zu einer Ausheilung. .

Virusinfektionen werden durch die Produktion spezialisierter Eingreiftrupps angegangen – von sogenannten Interferonen und inflammatorischen Zytokinen. Klinische Untersuchungen an Erkrankten mit einer HBV-Infektion haben jedoch gezeigt, dass die Induktion einer angeborenen Immunantwort fast nicht nachweisbar ist. Deshalb wird das Virus in Fachkreisen auch als „stealth virus“ bezeichnet, also „heimlicher Virus“. Wie das HB-Virus dies erreicht, ist nicht abschließend geklärt. Unter Verdacht stehen die Virusproteine HBeAg (HBV exkretorisches Antigen) und HBsAg (HBV surface Antigen).

Das jetzt durch die DFG geförderte Forschungsprojekt mit dem Titel „Bedeutung der HBe- und HBs-Antigene bei der Blockade endogener Immunantworten im Rahmen der Hepatitis-B-Virus-Infektion" nimmt die Mechanismen in den Blick, die durch die beiden Virusproteine kontrolliert werden. Das Forschungsteam hofft, durch ihre Entschlüsselung zur Entwicklung neuer Behandlungsstrategien für die chronische Hepatitis B-Virusinfektion beitragen zu können.

Basis der Zusammenarbeit bildet die enge Kooperation zwischen dem Institut für Virologie am Universitätsklinikum Essen und der Wuhan University. Beide Partner betreiben bereits seit 2018 gemeinsam das Sino German Virtual Institute of Viral Immunolgy. Ein aktuell von der DFG gefördertes Mobilitätsprogramm ermöglicht den, für das genehmigte Projekt wichtigen, internationalen Austausch.

Quelle: Meldungen aus der Medizinischen Fakultät, Universität Duisburg-Essen (04.12.2020)

 

 

14.09.2020

Leberschäden vorbeugen - Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Forschung an Autoimmunhepatitis

Die Autoimmunhepatitis (AIH) ist eine seltene und chronisch verlaufende Erkrankung. Aufgrund einer Fehlregulierung des Immunsystems greift dieses die eigenen Leberzellen an, zerstört diese und löst so eine Hepatitis, eine Leberentzündung und im schlimmsten Fall eine Leberfibrose aus. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt das Forschungsvorhaben der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie zur Entwicklung neuer zellulärer Therapien an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen über drei Jahre mit rund 340.000 Euro.

PD Dr. Matthias Hardtke-Wolenski von der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie und Leiter des Forschungslabors der Gastroenterologie möchte eine neue zelluläre Therapie gegen AIH entwickeln. „Die Standard-Therapie sieht eine lebenslange Gabe von Cortison vor und verursacht entsprechend starke Nebenwirkungen. Hier braucht es dringend Alternativen“, erklärt PD Matthias Hardtke-Wolenski. Im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit steht die Suche nach Therapieansätzen, welche das Immunsystem zwar daran hindern, die eigenen Leberzellen zu attackieren, nicht aber die Immunkompetenz der Patienten gegen von außen eindringende Erreger beeinträchtigen.

PD Matthias Hardtke-Wolenski: „Bei anderen Autoimmunerkrankungen wurden bereits erste Studien mit der adoptiven regulatorischen T-Zelltherapie erfolgreich durchgeführt. Hier werden den Betroffenen für die jeweilige Erkrankung weniger effektive, natürliche T-Zellen von Spendern zugeführt, welche in die Funktion des Immunsystems eingreifen und diese regulieren.“ Basis der Untersuchungen bildet ein von den Essener Wissenschaftlern entwickeltes experimentelles murines Modell, das der menschlichen AIH sehr ähnlich ist. Hieran möchten sie die Wirkung antigenspezifischer regulatorischer T-Zellen überprüfen.

Dabei müssen sie zunächst eine Hürde überwinden: Denn aufgrund biologischer und technischer Einschränkungen lassen sich die richtigen regulatorischen T-Zellen nicht in ausreichender Zahl aus dem Blut der Patienten gewinnen. Dem begegnen die Forscher, indem sie die Spezifität von T-Zellen, die eigentlich nicht für diesen spezifischen Einsatz geeignet sind, durch die Gabe sogenannter chimärer Antigenrezeptoren (CARs) auf der Zelloberfläche genetisch verändern. So lassen sich passende T-Zellen in ausreichender Zahl gewinnen.

„Diese regulieren autoreaktive Zellen sowohl bei AIH, als auch bei anderen Autoimmunerkrankungen, haben keine Nebenwirkungen und verstärken zugleich die Heilwirkung“, erläutert Matthias Hardtke-Wolenski.

Sollten die Forscher im Mausmodell Erfolg haben, folgt im nächsten Schritt die Überprüfung der Erkenntnisse in klinischen Studien.

Quelle: Meldungen aus der Medizinischen Fakultät, Universität Duisburg-Essen (14.09.2020)